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MonsterMagnetLastPatrolnb mehrfachwertung

Bereits die letzte MONSTER MAGNET Langrille „Mastermind" zeigte, dass in den Stoner-Rockern um Mastermind Dave Wyndorf noch mehr drin steckt, als einige erwarten würden. Nicht nur wegen diversen Drogen-Rückfällen von Dave, zudem nahm 2010 der langjährige Gitarrist Ed Mundell die Klinke in die Hand und verließ die Band. Ersatz war in Garret Sweeney schnell gefunden, und auch eine gemeinsame Tour hat das neue Lineup bereits absolviert. 2013 erscheint mit „Last Patrol" wieder ein richtiges Stoner-Rock Album, doch können MONSTER MAGNET das Level von „Mastermind" halten, oder geht es im Sturzflug bergab?

Bergab geht es mit den Jungs auf keinen Fall, „Last Patrol" schlägt aber ruhigere Töne an. Die langsamen Songs überwiegen, und auch Hooklines vermisst man schmerzlich. Das gesamte Album bewegt sich in Richtung „Spine Of God" und die Frühwerke der Band. Kein Wunder, wurde „Spine Of God" auf der letzten Tournee in seiner ganzen Pracht präsentiert. Offensichtlich floss dies in das Songwriting ein, was dem Album aber durchaus gut tut. Vermisste ich auf „Mastermind" die typisch langen psychedelischen Passagen, in denen sich die Band zum Teil etwas verlieren mag, sind diese auf „Last Patrol" wieder vorhanden. Bereits der Opener „I Live Behind The Clouds" versprüht die typische MONSTER MAGNET-Stimmung und präsentiert einen Dave Wyndorf, der sich stimmlich ganz auf der Höhe von „Powertrip"-Zeiten befindet. Der Song beginnt sehr ruhig, ab der Hälfte explodiert er dann förmlich und ebnet den Weg für den Titeltrack „Last Patrol". Dieser beginnt wie ein Science-Fiction- Movie und sticht durch den genialen Schlagzeugsound und die grandiose Hookline hervor. Nach mehreren Durchläufen ein richtiger Ohrwurm, trotz der Länge von knapp zehn Minuten. Gegen Ende verliert sich der Song ein wenig in einer Instrumentalpassage, was aber ein typisches MONSTER MAGNET-Trademark ist. „Three Kingfishers" schlägt in eine ganz andere Sparte und wirkt mit den akustischen Gitarren zu Beginn sehr ruhig und entspannend, kurz darauf entlädt sich der Song in einer unglaublichen Klangdichte, wird mal lauter, mal etwas ruhiger und entwickelt sich zu einem dynamischen Feuerwerk. Auch das coole Gitarrensolo und das treibende Riff im Mittelteil tragen dazu bei. Man könnte fast glauben, der Song wäre von MONSTER MAGNET, stammt in Wahrheit aber von dem Briten DONOVAN.

Das ebenfalls ruhig beginnende „Paradise" sollte schon einigermaßen durch verschiedene Sampler-CDs bekannt sein und glänzt ebenfalls durch die gute Gitarrenarbeit und den starken Gesang. Das darauf folgende „Hallelujah" ist mein persönlicher Favorit des Albums, wobei hier sicher nicht alle mit mir einer Meinung sein werden. Einer der wenigen Songs des Albums, der von Anfang an ordentlich rockt, wenn auch mit etwas untypischen Lyrics und einem recht lustigen Rhythmus. Hier hat man das Gefühl, dass die Band viel Spaß beim Aufnehmen hatte. „Mindless Ones" wirkt wieder sehr spacig und besitzt ebenfalls den typischen MONSTER MAGNET-Groove, der einen von Anfang bis Ende in seinen Bann zieht. „The Duke (Of Supernaut)" ist recht langsam und langatmig, was ihn nicht zu einem schlechten Song macht, aber auch zu keinem wirklich Besonderen. „End Of Time" hingegen rockt wieder, und somit nimmt „Last Patrol" kurz vor Schluss nochmal etwas an Fahrt auf. Den Abschluss macht das sehr stonermäßige „Stay Tuned", welches sehr an das frühe Material der Band erinnert.

Insgesamt ist „Last Patrol" ein gutes Album geworden, welches aber einige Durchläufe braucht, bis es richtig angekommen ist. Viele Songs haben von ihrer Struktur her eine große Abwechslung und nicht wirklich viele Hooklines, die Songs auf„Mastermind" gingen wesentlich schneller ins Ohr. Fans der Frühphase werden aber ihren Spaß an „Last Patrol" haben. Schlechter als „Mastermind" ist das Album auf jeden Fall nicht, meiner Meinung nach bewegen sich beide Alben auf fast gleicher Höhe. Wobei mir „Last Patrol" nach einigen Durchläufen sogar besser gefällt, das Album hat mehr Tiefe, bietet aber auch weniger Ohrwürmer. Über den Sound der Platte lässt sich nicht meckern, hier ist alles so, wie es sein sollte. MONSTER MAGNET haben es geschafft, ihr Niveau zu halten, und ich hoffe darauf, dass ich die Möglichkeit bekommen werde, einige der Songs live zu hören. (Pascal)

Bewertung: 8,5 / 10


Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 52:40 min
Label: Napalm Records
Veröffentlichungstermin: 18.10.2013

Wertung der Redaktion
Maik Andreas Anne Brix Rainer Jochen Anja
 8  8,5 8  8  8 8 7,5
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Pascals Avatar
Pascal antwortete auf das Thema: #11388 4 Jahre 6 Monate her
Also erstmal Danke für die Empfehlung der beiden Songs, im Nachhinein muss ich aber leider feststellen dass unserer Redaktion die beiden von dir erwähnten Songs nicht vorliegen.

Es handelt sich dabei um Bonustracks der Erstauflage. :) Dennoch, danke für die Empfehlung, ich werde jetzt mal schleunigst schauen, dass ich mir die beiden Songs mal anhöre.
Pfaelzers Avatar
Pfaelzer antwortete auf das Thema: #11386 4 Jahre 6 Monate her
Ich persönlich halte es nicht für sonderlich notwendig jeden Song in einem Review zu benennen. Wichtig ist, die Platte in ihrer Gesamtheit zu beschreiben, das geht auch mal ohne auch nur einen Songtitel zu nennen.
mes Avatar
me antwortete auf das Thema: #11383 4 Jahre 6 Monate her
genau, die platte hat 11 songs, es werden aber nur 9 in die rezension aufgenommen. zur ergänzung: stobr light beatdown rockt nochmal richtig und one dead moon ist ein ruhiger song zum abschluss mit eher traurigen, fast zynischen lyrics. insgesamt gehören die letzten beiden zu den besseren des albums.