Agnostic Front - The American Dream DiedPolizeisirenen, Alarm, Funkspruchfragmente, Radio- und Fernsehbeiträge – so klingt wohl die bevorstehende Apokalypse im Hardcore – und in jedem anderen aufständischen Musikgenre. Und dass der Amerikanische Traum vorbei ist, ist auch keine Neuigkeit. Doch AGNOSTIC FRONT sind weiterhin im Kampf gegen das Establishment, gegen das System und gegen alle Missstände in unserer Gesellschaft, oder zumindest mal in der amerikanischen. Dennoch glorifizieren sie ihre Heimat, denn dieses Land hat sie schließlich zu dem gemacht, was sie sind. Die Zusammenfassung dieses amerikanischen Lebens kann man sich auf dem letzten Album „The American Dream Died" zu Gemüte führen.

Hardcore For Life - was für manche Leute schon stark an die Abgedroschenheit grenzt, hat für AGNOSTIC FRONT immer noch eine sehr hohe Bedeutung, genauso für ihre treue Anhängerschaft. Aber es wäre auch einfach nicht mehr dasselbe, wenn die New Yorker auf einmal ein anderes Kapitel in ihrem Bandkonzept aufschlagten. Auch wenn sich seit der Gründung 1982 einiges geändert hat, sowohl im Line-Up als auch musikalisch, so weiß man doch, was man von den Agnostikern erwarten kann. Das Duo Miret/Stigma garantiert auch 2015 für 100% New York Hardcore, selbst wenn ihre Musik über die Jahre von sehr vielen anderen Genres beeinflusst wurde.

Auf „The American Dream Died" geht es mal ruppig, mal melodiös zu, mal groovig, mal hektisch, es wird also nicht langweilig auf den knapp 28 Minuten Spielzeit. Produziert von Mirets Halbbruder Freddy Cricien klingt das Album auch sehr amtlich und authentisch. Neben den aggressiven Parts sind auch wieder eine Handvoll Hymnen zum Mitgrölen in der Playlist wie „Just Like Yesterday" oder „Never Walk Alone", das zumindest vom Titel und auch inhaltlich an ein bekanntes Werk erinnert. Mirets weinerlich-trotzige Stimme geht mir nach einer Zeit allerdings schon an die Nerven, selbst wenn sie einen hohen Wiedererkennungswert hat. Aber die Versuche, melodiös zu singen, setzen dem ganzen Treiben dann doch die Krone auf, das ist dann in etwa so, wie wenn Vinnie Stigma alleine Gitarre spielt.

Jeder Fan von AGNOSTIC FRONT und New York Hardcore kommt bei diesem Album voll auf seine Kosten, für Alteingesessene oder Randbeobachter der Szene geht hier ein wenig Credibility den Bach runter, man weiß nicht so genau, wo die Band nun stehen will, das Straßenthema und die schlimme Kindheit sind mittlerweile ja doch stark ausgelutscht. Aber ans Aufgeben denkt das Quintett bestimmt nicht, sonst hätten sie sich kaum an ein Label wie Nuclear Blast gehängt. (Jochen)


Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 16
Spielzeit: 27:59 min
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichungstermin: 20.03.2015

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