Alice Cooper - LiveGott sei Dank sind die Temperaturen zum Konzert von ALICE COOPER in der Saarlandhalle in Saarbrücken wieder etwas gesunken. Ich kann mir kaum vorstellen, wie heiß es sonst bei der an sich schon heißen Show zugegangen wäre. Leider lässt sich dies nicht unbedingt für die Vorband NEONFLY behaupten.

NEONFLY

Um Punkt zwanzig Uhr starten diese in ihr Set aus „NEONFLY-Metal"? Eine passende Beschreibung für die Schublade, in der man diese Band stecken könnte, gibt es nicht. Das mag bei manchen Bands zwar gut und innovativ sein, hier geht es aber eher in die entgegengesetzte Richtung. Eigentlich wollen die Jungs Melodic-Metal spielen, doch dazu mischen sie eine kunterbunte Mischung aus Metalcore, Nu-Metal (Hüpfeinlagen!) und sogar eine Art Piraten-Metal. Nun, nichts gegen all diese Stilrichtungen, aber muss man wirklich alles zusammenmischen? Sänger Willy Norton singt sehr hoch und würde eher in eine Glam-Metal-Combo passen, wobei er heute Abend manche Töne auch ganz schön versiebt. NEONFLY haben trotz der recht gewöhnungsbedürftigen Musik die Bühne gut im Griff, Willy Norton ist ständig in Bewegung, und auch die Gitarristen springen freudig umher. Beim Publikum kommt die Band sehr gemischt an, teilweise sind sogar vereinzelte „Buhrufe" zu vernehmen, was allerdings nicht verwunderlich ist. Wenn man als Zuschauer ernsthaft gefragt wird, ob man ein weniger mehr „Satan" möchte, wirkt das Ganze mehr als lächerlich. Ich für meinen Teil weiß jedenfalls, wenn die Hölle so klingen sollte, möchte ich niemals dort hin.

  

ALICE COOPER

Ganz anders bei ALICE COOPER, sollte die Hölle so klingen, könnte ich gar nicht genug davon bekommen. Nach einer kurzen Umbaupause startet der Fürst der Finsternis mit „Hello Hooray" in sein Set und hat das Publikum bereits ab dem ersten Ton voll im Griff. Ich selbst bin schon einmal in den Genuss einer ALICE COOPER Show gekommen und weiß daher, wie stark er und seine Band live sind. Oft hört man, dass eine IRON MAIDEN-Show sehr einzigartig und unvergesslich sei, mindestens genau so unvergesslich und besonders ist auch die Show von ALICE COOPER. Dabei wird leider oft vergessen, dass Vincent Furnier alias ALICE COOPER bereits seit 1964 Musikgeschichte schreibt, und dabei gibt es wesentlich mehr Hits als „Poison". Eine Cooper-Show ist aber nicht nur wegen den genialen Showeffekten und den starken Outfits etwas ganz Besonderes. Die Band selbst strotzt nur so vor Spielfreude und Energie, und die Musik selbst spricht ebenfalls Bände. Das Publikum bekommt jedenfalls keine Ruhe mehr, nach „House Of Fire" folgt mit „No More Mr. Nice Guy" einer der größten Cooperschen Hits. Nun gibt es kein Halten mehr, und der Meister des Schockrock zaubert einen Hit nach dem anderen aus seinem Zylinder. Die Showeffekte kommen dabei nicht zu kurz, neben Altbekanntem wie den Dollar-Noten zu „Billion Dollar Babies" und der Perlenkette bei „Dirty Diamonds", hat er dieses Mal auch eine riesige Kaffeetasse zum aktuellen Song „Caffeine" dabei. Schön, dass es vom letzten Album neben dem ROLLING STONES artigen „I´ll Bite Your Face Off" damit noch einen weiteren Song auf die Ohren gibt. Immerhin fanden sich auf „Welcome 2 My Nightmare" mehr Hits, als man vielleicht denkt.

   

Neben den etwas kleineren Accessoires gibt es natürlich auch die größeren Showelemente. So wird ALICE COOPER bei „Feed My Frankenstein" selbst zum übergroßen Frankensteinmonster, bei „The Ballad of Dwight Fry" wird er in die Zwangsjacke gepackt und anschließend mit der Guillotine hingerichtet. Lediglich der Teil mit der Python fehlte an diesem Abend. Anschließend hat Bassist Chuck Garric seinen Auftritt und stimmt das Publikum zum Mitsingen von „I Love The Dead" an. Nach der Auferstehung von ALICE COOPER gibt es mit einem kleinen Tributteil eine Hommage an die 70er Jahre Rockgeschichte. Los geht es mit „Break On Through" von THE DOORS, bevor mit „Revolution" und einer passenden Brille John Lennon Tribut gezollt wird. Mit „Foxy Lady", welches zum Großteil von Gitarristin Orianthi gespielt wird, huldigt man anschließend JIMI HENDRIX. Durch THE WHO´s „My Generation" wird der Tributteil gekonnt abgeschlossen, hier zeigt sich noch einmal, wie lange ALICE COOPER im Musikbusiness bereits aktiv ist. Auf der einen Seite könnte man sich als Fan natürlich darüber ärgern, dass hier für drei eigene Songs Platz gewesen wäre. Doch daran dürfte sich kaum jemand gestört haben, die Stimmung kocht geradezu über und die Umsetzung ist sehr gelungen. Zu jedem Song hält Alice den passenden Grabstein nach oben, und auch auf dem Backdrop sind diese ebenfalls zu sehen. Der Abschluss der Show wird durch einige der bekanntesten Hits markiert, dem grandiosen „I´m Eighteen" folgt der 80er Hit „Poison", und nach knapp 100 Minuten findet die Show mit „School´s Out" ein grandioses Ende. Hier feuert die Band noch einmal aus allen Rohren, Konfetti, Seifenblasen und große konfettigefüllte Luftballons werden über das Publikum verteilt und von Alice selbst zerstochen. Das Publikum freut sich und der ganze Saal ist am Feiern, lediglich die Ränge haben hier Pech, denn bis dorthin dringen die großen Luftballons gar nicht erst vor.

 

Wie nicht anders zu erwarten bot ALICE COOPER eine großartige Show, auch die Setlist konnte sich sehen lassen. Sogar das zum Soundtrack von „Freitag der 13." beigesteuerte „He´s Back" wurde gespielt, „Only Women Bleed" habe ich allerdings ein wenig vermisst. Besonders schön ist es, zu sehen, welchen Spaß die Band auf der Bühne hat. Auch Lead-Gitarristin Orianthi fühlt sich mittlerweile sichtlich wohl und spielt, was das Zeug hält. Gitarrist Tommy Henriksen post, was das Zeug hält, und feuert ein Plektrum nach dem anderen ins Publikum. Showtechnisch kann ALICE COOPER von absolut Niemandem geschlagen werden, und seine Konzerte sind ein wirklich einzigartiges Erlebnis. Seine 65 Jahre sieht man ihm nur körperlich ein klein wenig an, stimmlich klingt er immer noch wie früher. Der Sound war zumindest an meinem Standpunkt sehr gut abgemischt, weder zu laut noch zu leise. Ich kann wirklich jedem nur empfehlen, schaut euch ALICE COOPER an! Eines der intensivsten Konzerte, das man erleben kann. (Pascal)

  

Setlist:
The Underture (Intro)
Hello Hooray
House Of Fire
No More Mr Nice Guy
Under My Wheels
I´ll Bite Your Face Off
Billion Dollar Babies
Caffeine
Department of Youth
Hey Stoopid
Dirty Diamonds
Welcome To My Nightmare
Go To Hell
He´s Back (The Man Behind The Mask)
Feed My Frankenstein
Ballad Of Dwight Fry
Killer
I Love The Dead
Break On Through (THE DOORS)
Revolution (THE BEATLES)
Foxy Lady (JIMI HENDRIX)
I´m Eighteen
Poison
School´s Out

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Annes Avatar
Anne antwortete auf das Thema: #10080 4 Jahre 4 Wochen her
Also ich fand's letztes (vorletztes?) Jahr in Mannheim echt gut und wäre auch hier wieder hin, wenn ich denn im Lande gewesen wäre.
Maiks Avatar
Maik antwortete auf das Thema: #10013 4 Jahre 1 Monat her
Es scheint so, dass man da wirklich was verpasst hat...

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