Es wurde auch Zeit! Fast 15 Jahre ist es nun her, dass PARADISE LOST das Saarland besucht haben. Damals fand ein Gig mit CROWBAR in der Völklinger Sporthalle statt. Und das war zu seligen "Icon"-Zeiten ... Junge, ist das her!
Wiedererstarkt nach einer, sagen wir mal unpopuläreren Phase bei vielen Fans, sind die Briten seit den letzten beiden Alben wieder mit altem Metal-Spirit ausgestattet. Dementsprechend war ich auf den Abstecher (eigentlich war PL als Support bei der HIM-Tour unterwegs) nach Saarbrücken gespannt. Als Vorband durften die Goth-Rocker von LACRIMAS PROFUNDERE auf einen Promo-Schub hoffen.
Ausserdem ließ ich mir die Gelegenheit nicht nehmen, ein Mitglied dieser legendären Band zu interviewen; das Interview mit Greg Mackintosh, dem Meister der düsteren Moll-Riffs gibt es alsbald HIER .

Die Garage sollte mit knapp zwei Dritteln ordentlich gefüllt gewesen sein, trotzdem habe ich mit mehr gerechnet - viele trauen wohl der Wiederbesinnung auf den Metal noch nicht so ganz über den Weg. Selbst schuld!
Denn auch die Vorband LACRIMAS PROFUNDERE konnte die Anhänger von solidem Gothic Rock durchaus überzeugen. Der neue Sänger Roberto Vitacca pfiff dann direkt mal aufs aktuell eingeführte Rauchverbot und qualmte vergnügt seine Fluppen auf der Bühne..scheiss Rockstar-Rebellen Zwinkernd
Dafür bot er eine astreine Gesangsleistung, auch wenn seine Ansagen nicht immer so der Renner waren. Rockte zwar alles ganz gefällig, aber irgendwie hatte ich den Eindruck, alles schon mal SISTERS und Co gehört zu haben...naja, immerhin wusste das flottere "For Bad Times" ein wenig das Publikum anzuheizen, das sich ansonsten nur zu Höflichkeits-Applaus mit vereinzelten Jublern hinreissen ließ. Die Wahl der Vorband hätte besser sein können, aber auch weitaus schlimmer.

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Die Skepsis der nichtanwesenden Anhänger von PARADISE LOST war dann doch unberechtigt. Diese Band und ihre Musik ist und bleibt einzigartig. Denn die Setlist hatte auch für die alten Fans einiges im Gepäck: Neben den Klassikern "True Belief", "As I Die" und "Last Time" kam sogar "Gothic" zum Zuge - aber natürlich ohne Growls. Auch wenn Sänger Nick Holmes auf dem aktuellen Output "In Requiem" wieder aggressiver singt, schafft er live die Metal-Shouts nicht mehr so wirklich, aber mit solidem Gesang in den anderen Parts konnte er dies egalisieren.
Die Gitarren-Flanken mit Greg Mackintosh und Aaron Aedy gaben sich sehr aktiv und sangen desöfteren viele Parts enthusiastisch mit. Vor allem Greg´s Leiblingssong (ich verweise nochmals auf das Interview) "One Second" ließ den "alten Herren" trotz der eher getragenen Geschwindigkeit des Songs fast ausflippen! Einzig Basser Steve Edmonson war der ruhende Pol der Band und spielte unauffällig, aber solide.
Natürlich wussten nicht nur die Songs vergangener Zeiten zu überzeugen; auch die aktuellen Stücke der starken "In Requiem" waren live ein Genuss: Der Opener des Sets (und Single-Auskopplung) "The Enemy", "Ash and Debris", "Praise Lamented Shade" und die erste Zugabe "Never for the Damned" funktionierten als Bindeglied zwischen altem Stil und den aktuelleren Werken bestens. Leider blieben die Alben "Host" und "Believe in Nothing" gänzlich unberücksichtigt. Dabei hätte ich zu gerne mal zum Beispiel "Nothing Sacred" live gehört.  Auch wenn in den Zugaben keine Klassiker aus der Prä-"One Second"-Ära gespielt wurden ("Pity the Sadness" wäre noch sehr geil gewesen), entließ man trotz der etwas knappen Spielzeit von 75 Minuten (alte Männer?) das Publikum mit "Say just Words" gebührend nach Hause.

Ich für meinen Teil war zufrieden, die Mischung der Setlist empfand ich als passend und die Spielfreude der Band scheint neu aufgefrischt. Das lässt auf weitere Jahre mit dieser ganz besonderen Band hoffen!

(Brix)

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Setlist PARADISE LOST:

The Enemy
Ash And Debris
Mystify
No Celebration
True Belief
As I Die
Praise Lamented Shade
Enchantment
Requiem
Unreachable
Gothic
One Second
Last Time
---------------------------------
Never For The Damned
Erased
Over The Madness
Say Just Words

Weitere Bilder in der Galerie

 

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