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Trotz gesalzener Eintrittspreise von fast 80 DM und den Absagen von Pantera, Static-X und Vision Of Disorder (na gut, es gab mit Destruction und Rising Down Ersatz) war die Philipshalle sehr gut gefüllt. Etwas unverschämt war nicht nur der Eintritt, sondern auch die Preise am Merchandising Stand. Für ein T-Shirt musste man 50 DM berappen, für ein Longsleeve war man mit 65 DM dabei und wer sich einen Kapuzenpulli leisten wollte musste gar einen Hunderter auf den Tisch legen. Und so haben Destruction darauf verzichtet Shirts zu verkaufen. O-Ton Schmier "Ich zock doch meine Fans nicht mit 50 Mark ab". So ist richtig.

Den Auftakt machten Rising Down. Grausamer Nu Metal Verschnitt der uns da entgegen sprang. Kein Wunder, dass die Band gerade mal so eben Höflichkeitsapplaus ernten konnte. Wie man die in das Billing mit aufnehmen konnte ist mir ein Rätsel. Das Depeche Mode Cover "Blasphemous Rumours" konnte da auch nichts retten, ganz im Gegenteil. Zum Glück dauerte die Vorstellung nur eine halbe Stunde. Mehr hätte ich wohl auch nicht geschafft. (Tutti)

Zu Destruction hatte ich ja oben schon was gesagt. Nun zum musikalischen Part. Schmier & Co. gehören zweifellos zum Besten was die Thrash Welt derzeit zu bieten hat. Das zeigten sie auch an diesem Abend eindrucksvoll. Bei Songs wie "Tears Of Blood", "Curse The Gods", "The Butcher Strikes Back", "Bestial Invasion" und dem unvermeidlichen "Mad Butcher" lacht jedes Thrasher Herz. Vom neuen Album "The Antichrist" wurden "Nailed To The Cross" und "Thrash 'Til Death" geboten. Die Band wurde entsprechend abgefeiert. Ein rundum gelungener Gig einer sympathischen Formation. (Tutti)

Biohazard eröffneten Ihren Auftritt mit dem Titelsong Ihrer aktuellen CD "Uncivilization". Biohazard spielten einen guten Hardcorepart, der nur an diesem Abend etwas unpassend war, da ja Pantera abgesagt hatten. Nach dem zweiten Song kam eine kleine Ansprache zu den Ereignissen die am 11. September über uns hineingebrochen sind. Da Biohazard in Ihrem Studio in Brooklyn waren, haben sie alles sehr gut mitbekommen, und zum Schluss dieser Ansprache meinte einer der Gitarristen "Keine Chance dem Terrorismus" (Er sprach diese Worte in Deutsch). Darauf folgte der Song "Sellout". Dann spielten Biohazard noch die Songs Black And White And Red All Over, Hate Fuck Kill Die (Leider ohne Phil Anselmo) und Punishment. Zwischendurch spielten sie dann noch einen Song den ich sehr gut gefunden habe, aber leider nicht weiß wie er heißt. Dann wollten sie, das man vorne vor der Bühne einen Kreis bildet, als Symbol für die Freiheit. Einer der Gitarristen, wurde vom Publikum getragen, während er kniehend sein Instrument spielte. Insgesamt war der Auftritt von Biohazard gut, auch wenn ich diese Art von Musik nicht besonders mag. (Willy)

Nach Biohazard spielen nun Cradle Of Filth. Vom Hardcore ging es nun zum Black Metal und vor der Bühne gab es einen Tausch der Fanscharen. Cradle hatten Ihre eigene Lichtshow mitgenommen, welche die Bühne immer im dunklen Dämmerlicht, versetzt mit hellen Laserstrahlen erglimmen lies. Bei dem Song "Her Ghost In The Fog" sind zwei auf die Bühne gekommen, welche auf Stelzen hinter der Band herumgetanzt haben. Später kam eine die Tänzerin nochmals auf die Bühne und versprühte im Takt des Songs ein Tischfeuerwerk, welches sie vor der Hüfte trug. Cradle spielten auf jedenfall folgende Songs: "Dusk And Her Embrace", "Lord Abortion", "Born In A Burial Gown" und "Malice Through The Looking Glass". Am Anfang tolerierte die nicht Black Metal Fans in der Halle noch die Musik von Cradle, aber je länger der Auftritt dauerte, desto lauter wurden die Slayer rufe in den Pausen zwischen den Lieder. Nach knapp einer Stunde spielten Cradel dann noch den Song "From The Cradle To Enslave", wofür in der Mitte der Bühne ein Seil von der Decke heruntergelassen wurde. Die Tänzerin kletterte am Seil hinauf und der Tänzer kam auf die Bühne, um das Seil im Kreis zu drehen und die Tänzerin hing daran und hielt sich nur mit einem Arm fest. Dann verließen Cradle die Bühne und es gab noch Zugaberufe vom Publikum, die allerdings schnell verhallt waren. (Willy)

Slayer live - wie gerne hätten man die bei einem der großen Sommerfestivals gesehen. War aber micht, also muss man wohl in den saueren Apfel einer teueren Eintrittskarte beißen. Glücklicherweise, zumindest für mich, haben Slayer durch die Pantera-Absage ihr Spielzeit von erst vorgesehenen 60 Minuten auf 90 erweitert. Die Amis stiegen direkt mit "Raining Blood" und "War Ensemble" ein und hatten schon früh die Menge im Griff. Mit Songs vom aktuellen Album "God Hates Us All" hielt die Band sich glücklicherweise ein wenig zurück und präsentierte lieber ein echte Auswahl der großen Klassiker. Bis auf "Black Magic" wurde alles gespielt was irgendwie einfach gespielt werden muss. Der Sound war amtlich und Tom Araya zeigte am MIkro sein Können. Dass bei Slayer vor der Bühne die Hölle los ist, muss wohl nicht groß erwähnt werden. Das war auch an diesem Abend nicht anders. Slayer gehören zu den absolut besten Live-Bands, das wurde an diesem Abend wieder mal mehr als deutlich. Trotz der zuletzt eher schwachen Alben immer noch ein Erlebnis. Ich habe mich mal an der Setlist versucht.

Setlist Slayer:

Raining Blood
War Ensemble
New Faith
Stain Of Mind
Bloodline
Die By The Sword
Dittohead
Captor Of Sin
Mandatory Suicide
Hell Awaits
Here Comes The Pain
Dead Skin Mask
Season In The Abyss
Postmortem
Altar Of Sacrifice
Chemical Warfare
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South Of Heaven
Angel Of Death

Ob der Abend dennoch fast 80 DM wert war, bezweifel ich mal, zumindest für mich. Zumal die Shirt-Preise jeder Beschreibung spotteten. (Tutti)

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