manillaroad theblessedcurseMANILLA ROAD, einer Legende, die bereits seit 1977 im Geschäft ist und etliche Klassiker vorzuweisen hat, ist es gelungen, ein brandneues Album zu erschaffen, das exakt an die eigenen Meilensteine anknüpft. Wie das zu Stande kam berichtet Drummer aus Leidenschaft Andreas „ Neudi" Neuderth.

Ralf: Hi Neudi, alles klar bei Dir? Ich bin ziemlich enttäuscht vom neuen Album, da Andy Sneap wieder keine Zeit hatte....

Andreas: Ja, echt tragisch! Erst sagt der Charlie Bauernfeind ab, dann Andy Sneap. Beide meine erste Wahl. (Ob diesen Scherz jeder Leser versteht??)

Ralf: Wer Dich kennt, weiß, dass Du eine Abneigung gegen diese beiden Herren bzw. deren Produktionen hegst. Wie fühlt man sich nachdem das (sehr geile) neue Album endlich draußen ist und bist Du zufrieden damit?

Andreas: Ich bin sehr happy mit dem Album, aber das sagt wohl jeder Musiker von einem Album, welches noch frisch ist. Aber es fiel schon bei den Recordings auf, dass es ein weiterer Schritt nach vorne ist. Wir stehen nach wie vor voll hinter „Mysterium", dem ersten Album in diesem Line-Up, aber „Blessed Curse" ist noch eine Ecke besser und erneut anders. Lediglich die eher kurzen Metalsongs (so nenne ich sie, obwohl ja auch die ruhigeren Stücke irgendwo Metal sind) sind eher typisch. Man nimmt ja gefühlt immer an, dass MANILLA ROAD nur lange Songs hat. Beim genauen Hinsehen fällt aber auf, dass es im Katalog mehr kurze Metalsongs gibt als man auf den ersten Blick erkennt. Zu Deinem Eingangsscherz mit Sneap und Co: Wir sind auch mit dem Sound der Scheibe sehr zufrieden. Er ist anders als das, was man heute gewöhnt ist. Wir haben in erster Linie auf Transparenz geachtet, so dass man Alles raushört. Klingt zwar eigentlich normal, aber die meisten Acts wollen heute nur einen fetten Sound und da geht dann viel unter. Egal ob Metal oder Jazz, Musik ist immer noch dazu da angehört zu werden, auch wenn man zeitgleich die Rübe schüttelt. Ich brauche mir keine 5 oder 6 Becken für die Aufnahmen aussuchen, wenn man sie dann nicht genau heraushört. Außerdem haben die harten Songs der CD (Vinyl kommt leider später) nur eine Rhythmusgitarre denn...ja, wir haben eben nur einen Gitarrist. Warum also mehr einspielen als die Fans später auf der Bühne hören können?

Ralf: „The Blessed Curse" ist wiederum klassischer MANILLA ROAD-Stoff, dem ein Konzept zu Grunde liegt. Würdest Du jenes kurz beschreiben?

Andreas: Das wäre die Frage, auf die Mark Shelton nun eine Din A4-Seite füllen würde. Grundsätzlich geht es um die Sumerer und deren Überlieferungen, die auf Tontafeln festgehalten wurden. Es ist noch lange nicht alles übersetzt und einige Wissenschaftler befassen sich mit der Keilschrift dieses Volkes, dem man die erste organisierte Zivilisation zuspricht. Der interessanteste Part ist, dass Teile der Bibel schlichtweg aus den Überlieferungen der Sumerer geklaut sind. Ein weiterer Punkt, der die christliche Religion in Frage stellt.

Ralf: Habt ihr wieder in Mark's Studio aufgenommen? Wie liefen die Aufnahmen, gab es irgendwelche spezielle Vorkommnisse oder Probleme?

Andreas: Ich bin kein Freund von Homerecordings, aber Mark hat seinen Keller als Studio umgebaut und hat Tontechniker gelernt (noch auf Analogmaschinen). Es ist also nicht anders als in einem angemieteten Studio. Allerdings hat man dort viele Vorteile. Wenn Mark noch eine Idee zu einem Song hat, dann steht er eben um drei Uhr morgens auf und nimmt sie auf. Der Faktor „Zeit ist Geld" findet bei dieser Arbeitsweise nicht statt. Eine neue CD ist dann fertig, wenn sie fertig ist. Da gibt es keine Deadline, außer dass man die Plattenfirma bei Laune halten muss *lach*. Aber die haben wir ja mit ReReleases beschäftigt. Interessant ist vielleicht, dass Mark kein Pro Tools oder CuBase hat, sondern eine digitale Bandmaschine. Die Arbeitsweise unterscheidet sich also kaum von analogen Recordings. Da wird nicht gerückt oder editiert. Ich nenne das gerne „ehrliches Handwerk" und nur das passt auch zu Manilla Road.

Ralf: Ich habe bereits wieder diverse Motzereien bezüglich der Produktion im Netz gelesen, geht Dir das denn nicht langsam tierisch auf den Sack.

Andreas: Es kommt drauf an wer das schreibt oder sagt. Wenn es jemand ist, der in seinen Favoritenlisten sowieso moderne Scheiben hat, dann bedanke ich mir eher. Es mag überheblich klingen, aber wer die neue Scheibe vom Sound her schlecht findet, der hat MANILLA ROAD grundsätzlich nicht verstanden. Auf der anderen Seite ist es doch wie im Berufsleben: Wenn man zwei Mal zu spät kommt, dann ist man „der, der IMMER zu spät kommt". Wenn ich nun als Journalist bereits erwarte, dass eine neue MANILLA ROAD nicht gut klingt, dann höre ich das auch so. Und genau das ist leider nach wirklich nicht gerade gut klingenden Scheiben in den 2000ern der Fall. Zeitgleich heben die gleichen Leute aber „Crystal Logic" in den Himmel und ich frage dann zurück: Klingt diese Platte denn für Euch gut?? Sie ist Kult, sie ist geil, aber sie klingt sicherlich nicht gut....

Ralf: Hervorstechend finde ich den Song „Tomes Of Clay", der recht außergewöhnlich klingt...?

Andreas: Wenn man Mark´s Repertoire an akustischen Nummern kennt, dann ist dieser Song gar nicht so ungewöhnlich. Die fernöstlichen Harmonien passen zum Thema (Tomes of Clay = Tontafeln) und eine brettharte Metalnummer hätte da auch nicht wirklich gepasst. Mich erinnert das an IRON MAIDEN, die ähnliche Harmonien im Song „Powerslave" auf der gleichnamigen Scheibe mit ägyptischem Thema (bei diesem Song + das Cover) verarbeitet haben.

Ralf: War die Bonus CD mit den Akustiksongs von vorne herein geplant und gab es da keine Probleme mit dem Label eine Do-CD zu releasen?

Andreas: Bei „Mysterium" hatten wir eine Bonus DVD dabei und wir wollten jetzt keinen Rückschritt machen. Auf diesem Album kam die Akustiknummer „The Fountain" sehr gut an und erschloss auch teilweise neue Zielgruppen. Ich habe dann für „Blessed Curse" vorgeschlagen eine Best Of mit den ruhigeren Songs des gesamten Kataloges beizupacken. Als wir diese Idee weitergesponnen haben, kamen dann die ersten unveröffentlichten Akustiknummern ins Gespräch und letztendlich verwarfen wir die Best-Of-Idee zugunsten neuen Material. Bei ZYX gibt es nie Probleme mit dem Umfang oder der Verpackung. Als ich dem Label mitteilte, dass „Crystal Logic" eine Doppel CD werden würde, meinte unser Labelboss: „Ok, dann packen wir noch einen Aufkleber dazu!".

Ralf: „All Hallows Eve" ist ja ein uralter Song, oder eher ein Fragment. Wie kam es zur Idee ihn nochmal einzuspielen und letztlich zu veröffentlichen?

Andreas: Für die ReReleases habe ich unveröffentlichtes Material gesucht und aus Mark´s dunkler Ecke im Keller viele alte Bänder mitgenommen. Ich habe diese Tapes in meinen PC überspielt und habe nun über 90 Minuten Live- und Proberaumaufnahmen. Bei „All Hallows Eve" ist Mark komplett durchgedreht, als ich ihm eine mp3 davon geschickt habe. Diesen Song hatte er nie vergessen, aber er hätte ihn ohne die Proberaumaufnahme auch nicht mehr zusammenbekommen. Leider ist diese Aufnahme unvollständig, da das Band vor Ende des Songs auslief. Das war dann ein Grund, diesen Song noch mal aufzunehmen. Um das Ganze für die Fans perfekt zu machen, hat die Neueinspielung Rick Fisher (Invasion bis Crystal Logic) eingetrommelt. Näher kann man an die alten Tage nicht mehr kommen.

Ralf: Der Status von MANILLA ROAD steigt immer mehr an, hängt das am guten Vertrieb oder an den ausgiebigen Touraktivitäten?

Andreas: Das ist wie immer die Summe aus Allem. Echte MANILLA ROAD Fans besorgen sich eine neue Scheibe immer irgendwie, ganz egal wie mikroskopisch klein das Label ist. Diese Firmen haben aber auch dafür gesorgt, dass wir über „unsere Kreise" nicht hinaus kamen. Golden Core/ZYX ist das komplette Gegenteil dieser Undergroundfirmen. Metal ist nur ein kleiner Teil ihres Spektrums, die Undergroundfans erinnern sich bestimmt dennoch an SALEM´S LAW oder RIOT (Born in America) auf ZYX Metallic, dem Metal-Unterlabel von ZYX in den Achzigern. Seit „Mysterium" reden wir also nicht mehr nur von Online Händlern oder Metalbörsen, sondern von Media Markt, Saturn oder Müller. All das hat die letzten Jahre nicht für MANILLA ROAD stattgefunden. Die Reviews in der Musikpresse findet man auch nicht mehr in der Undergroundsparte oder –ecke, sondern eben ganz „normal", inklusive Soundcheck. Vor „Mysterium" war der Name Manilla Road natürlich schon bekannt, wurde aber durch diese undergroundige Arbeitsweise in gewissen Kreisen wohlgehütet. Unser jetziger Labelboss meinte z.B. „Was, die gibt´s noch? Die will ich haben!". So kamen wir zu diesem Deal. Wir sind ohne etwas zu ändern mehr in den Fokus gerückt und die, die schon immer mal MANILLA ROAD antesten wollten, werden nun immer wieder daran erinnert. Bei Metal Blade kamen in den letzten Monaten gleich zwei CDs auf den Markt, auf dem ein Sticker klebte „Für Fans von MANILLA ROAD". Man findet Coverversionen auf den Scheiben aktueller Bands, vom Heavy Metal bis Death Metal. Dann sind da noch die prominenten Fans wie Phil Anselmo, die natürlich auch für Promotion sorgen. Das intensive Touren hat dann auch gezeigt, dass wir meist älter sind als die ersten Reihen im Publikum. Sowas kann man sich nur wünschen. Die meisten „Kultbands" haben das Problem, dass sie nur für Liveshows gut sind, aber wenige die neuen Platten mögen. Bei uns ist das komplett anders. Wir sind sehr dankbar dafür, dass eine neue Scheibe für die Fans ebenso wichtig ist wie eine Liveshow mit vielen alten Klassikern.

Ralf: Ich denke viel Geld kommt da trotzdem nicht rum?

Andreas: Was ist viel Geld? Im Jahr 2015 ist das Alles sehr schwer geworden, doch mit unserem aktuellen Erfolg hätten wir in den Achtzigern sehr gut leben können. Wir gehören nicht zu den Bands, die jeden Gig annehmen. Es gibt einen Betrag X und wenn der nicht gezahlt wird, dann spielen wir auch nicht. Ausnahmen gibt es immer mal, zum Beispiel wenn man zwischen zwei bezahlten Shows auf dem Weg noch einen Gig annimmt, aber dieses „für lau" Spielen hat viel zerstört. Das spricht sich schnell herum und irgendwann ist man als Band nichts mehr wert. Das halte ich übrigens mit ROXXCALIBUR auch so und wenn wir dann nur einen Auftritt pro Jahr (wie 2014) haben, dann sei es so. Mit MANILLA ROAD spielen wir sehr ausgewogen! Wir machen keine Tourneen, auf denen wir 10 Gigs in einem Land spielen. Somit können wir auch garantieren, dass der Veranstalter mit vielen, teilweise extra angereisten Fans, rechnen kann. Da wir Angebote aus der ganzen Welt haben, können wir dies auch so handhaben. Wir kehren dann lieber nach zwei Jahren in das Land zurück und spielen eine andere Stadt. Oder zwei. Aber um Deine Frage näher zu beantworten: Aktuell hat nur ein Mitglied einen normalen Job.

Ralf: Du bist ja mit der Band schon gut herumgekommen. Wie unterscheiden sich die Fans/das Publikum in den verschiedenen Ländern?

Andreas: Ganz ehrlich, wenn ich auf der Bühne bin und ins Publikum schaue, dann ist es völlig egal wo wir gerade sind. Die Metalfans sind einfach ein globales Volk in jedem individuellen Volk. Nur die Haarfarbe ändert sich... Mehr blond in Skandinavien, mehr schwarz in Südamerika. Die Unterschiede erlebt man meist auf dem Weg zum Gig, oder eben davor und danach. Allerdings sind die Reaktionen in Südamerika und Griechenland (und Zypern) völlig verrückt!

Ralf: Was waren die bisherigen Highlights der Liveauftritte, ich denke da gibt es bestimmt denkwürdige Momente. Manchmal geht auch etwas schief, kannst Du Dich an Euren miesesten Gig erinnern. Was geht dann in einem vor?

Andreas: Nun, wir haben noch nie einen Song abgebrochen. Das ist für mich der Moment, wenn etwas richtig schief läuft. Stromausfälle ausgenommen. Viele verrückte Gigs sind aber dann auch die, bei denen wir es am schwersten hatten. Wenn bei einem Open Air auf Zypern auf einmal Leuchtfackeln oben in der Lichtanlage anzünden (!!), dann hat man einfach nur Angst, dass was passiert und die Konzentration auf das Spiel ist natürlich etwas gestört. Oft werden die Kabel an Mark´s Effekten herausgerissen oder sie umarmen ihn, während er gerade Gitarre spielt. Aber die dadurch entstandenen Missklänge stören ja nicht, solange man sieht, warum das passiert ist. Außerdem haben wir in Bryan Patrick ja einen Roadie auf der Bühne. Das ist Gold wert. Er hat mir mehrfach regelrecht den Arsch gerettet, denn manchmal bekommt man Drums zur Verfügung gestellt, die einfach eine Katastrophe sind. Und wer jetzt denkt, ich würde von den ärmeren Ländern reden, der hat sich geirrt (was mich dann besonders ärgert). Aber wir sind Profis genug um jeden Gig über die Bühne zu bekommen.
Ich fand das Trio Sweden Rock, kleiner Club in Itzehoe und Hellfest (Frankreich) grandios. Zwei perfekt organisierte Festivals und dazwischen eine Clubshow in einem Laden, der mit 150 Leuten schon brechend voll war. Ich liebe diese Abwechslung.
Aufgrund meiner einstigen Flugangst komme ich dank MANILLA ROAD nun in Länder, mit denen ich niemals gerechnet hätte. Auch wenn ich nie viel sehen kennen (oder eben selten), ist es doch ein kleines Zusatzgeschenk. Und das mit einem Umfeld, welches ich nicht nur als Bandkollegen, sondern als Freunde bezeichne. Perfekt. Mein Englisch ist nun fast perfekt, da ich ja dazu gezwungen werde. Auch das möchte ich mal als Nebeneffekt erwähnen.

Ralf: Du bist oder warst ja für Deine vielen Projekte oder „Jobs" bekannt. Bei MASTERS OF DIGUISE bist Du auch raus. Vermisst Du da nichts?

Andreas: Nein, denn es war nie mein Ziel durchgehend on the road zu sein. Ich liebe auch die andere Seite des Business, die ich mit Streetclip.tv, Deaf Forever und Break Out Magazin auslebe. Mir gefällt es, wenn ich einen Rundumblick in diesem Segment behalten kann. Das hilft dann auch bei jeder Aktivität, da man auf dem Boden bleibt und die Realität sieht. Dennoch möchte ich nichts aus meiner Vergangenheit missen. Selbst die Band CENTURY war für mich wichtig, weil ich gelernt habe, wie man sich als Vorband von großen Acts (HIM, PARADISE LOST) verhält, auch wenn das nie „meine Musik" war. Es kommt auch noch dazu, dass mir rein als Drummer (nicht als Fan) Speed Metal wenig Spaß macht. SAVAGE GRACE und MASTERS OF DISGUISE war zwar eine tolle Sache, aber für mich als Drummer unbefriedigend. Ich bin ein Rockdrummer der Metal spielt, aber kein reiner Metaldrummer mit Ambitionen, so schnell wie möglich Double Bass zu spielen. Ich möchte ja nicht bei der nächsten Olympiade teilnehmen...

Ralf: Du bist ja bekanntlich Abteilungsleiter im Media Markt in Alzey, der wohl die best-sortierteste Metalabteilung in Deutschland hat. Wie lässt sich dein Job mit der Band arrangieren?

Andreas: Danke für das Lob! Nun, es ist relativ einfach: Wir haben einen der besten Geschäftsführer, den man sich wünschen kann und auch unsere Zentrale hat mich bei diesen Aktivitäten schon unterstützt. Natürlich geht der gesamte Urlaub drauf und der Rest wird „unbezahlt" genommen, bei einer 6-Tage-Woche geht dann auch der eine oder andere freie Tag ohne Urlaub zu nehmen. Zusätzlich arbeite ich stundenreduziert, irgendwo zwischen Vollzeit und halbtags. MANILLA ROAD sind außerdem keine junge Band und es wird nicht ewig so weitergehen. Auch dieser Punkt ist in diesem Zusammenhang klar. Letztendlich haben meine Aktivitäten aber auch wieder Vorteile für den Markt, denn natürlich konnte ich Stammkunden generieren. Wie auch in diesem Interview wurde MANILLA ROAD und der Media Markt in Alzey schon oft in Verbindung gebracht. Auch die Lokalpresse ist da schon drauf angesprungen.

Ralf: Wie würdest Du die Mitglieder von MANILLA ROAD charakterisieren?

Andreas: Vier Typen mit unterschiedlichen Eigenschaften, die aber wie ein Puzzle zusammenpassen. MANILLA ROAD ist auch Familie. Zu diesem Kreis gehören nicht nur ex-Mitglieder, sondern auch Eltern und Lebenspartner. BBQ bei Rick Fisher in Wichita, Grillen bei meinen Eltern in Deutschland – sowas ist einfach normal bei uns. Langjährige Fans gehören teilweise ebenso dazu. Das spiegelt den Charakter der Band wieder. Wir sind eine professionelle Band, die man (wenn es machbar ist) nach der Show wie einen Newcomer einfach treffen kann. Wir nehmen die Musik und was dazu gehört sehr ernst, aber nicht uns selbst. Viele Fans haben uns attestiert, dass man einfach sieht, hört und spürt, dass wir Spaß haben. Die verschiedenen Altersgruppen innerhalb der Band sind auch interessant. Unser Küken Josh wird mit 70s Rock gefüttert und ich bekomme von Mark auch immer wieder Tipps wie kürzlich Robin Trower. Es passt einfach alles. Streit gibt es nie, nur gehaltvolle Diskussionen.

Ralf: Was hältst Du von dem Trend, dass schöne Frauen laut Gesellschaft unbedingt rappeldürr sein sollen?

Andreas: Hast Du Platz für 10 weitere Seiten? Sicherlich fragst Du das, weil Du dieses Thema bei mir auf Facebook oft gesehen hast. Natürlich spielt da auch mein persönlicher Frauengeschmack eine Rolle, aber den habe ich bei diesem Thema in den letzten Jahren sogar untergeordnet. Ich könnte das auch für mich behalten, aber in den Neunzigern war ich knapp drei Jahre mit einer Frau zusammen, die an Bulimie litt. Natürlich sitzen da tiefgreifendere Probleme, aber der Auslöser waren zwei oder drei dumme Sprüche, obwohl sie nicht dick war. Seit dieser Zeit habe ich mich entschlossen etwas dagegen zu tun und das Thema öffentlich zu machen. Zum einen zeige ich, dass es viele Männer gibt, die das Spektrum kurvig bis dick mögen – es sind mehr als man allgemein annimmt. Das Problem aber ist, daß die meisten Männer das nicht kommunizieren. Die meisten Frauen denken, dass alle Männer von der Figur her auf einen Frauentyp stehen, doch das ist schlichtweg falsch. Es ist die Schuld der Medien, aber auch der Männer, dass diese Annahme immer noch Bestand hat. Letztendlich schürt unser Gesundheitswesen auch noch die Angst vor Übergewicht, denn damit wird ein Haufen Geld verdient. Wie die dummen Schafe glaubt das Volk diese Ausführung und stellt sie auch nicht in Frage. Das ist in den USA noch viel schlimmer, denn hier glaubt so manch leicht pummelige Frau, dass sie bereits mit einem Bein im Grab steht. Das Thema „Gene" wird einfach unter den Tisch gekehrt oder als Ausrede deklariert. Warum aber können viele Frauen futtern wie sie wollen und werde nicht dicker? Warum werden andere bei einer ganz normalen Ernährung runder? Es scheint, als ob die meisten zu blöd sind um diese zwei Fragen zu stellen. Der weibliche Körper wurde konstruiert, um an gewissen Stellen mollig zu sein. Hüfte, Oberschenkel und Unterbauch sollten die weiblichen, inneren Organe vor Stößen schützen. Da wird sich Mutter Natur sicherlich was dabei gedacht haben. Der männliche Bierbauch ist gesundheitsschädlicher als die Rundungen bei einer Frau. Fakt. Es ist außerdem schade, dass sich auch intelligente Frauen in diesem Punkt als oberflächliche Wesen outen, wenn sie einem Ideal nachrennen. Und dann machen sie Diäten und merken gar nicht, dass sie mit der Zeit gerade davon dicker werden. Damit kurbeln sie zwar die Wirtschaft an, aber es hilft ihnen nicht weiter. Selbstakzeptanz und das Lernen, seinen eigenen Körper zu mögen, ist der Schlüssel zu einem vernünftigen Leben. Und das propagiere ich vehement in aller Öffentlichkeit. Die Reaktionen darauf sind überwiegend positiv, nur einige Idioten sind nicht fähig den Hintergrund zu verstehen.

Ralf: Was steht an als Nächstes mit MANILLA ROAD?

Andreas: Unsere beiden Booker arbeiten bereits an Tourneen und Einzelshows für den Sommer und Herbst 2015. Und natürlich geht es auch mit den Wiederveröffentlichungen als „Ultimate Editions" mit Bonus Tracks und dicken Booklets weiter. „Open The Gates" wird als nächstes folgen. Diese Scheibe feiert ja ihr 30jähriges Jubiläum. Und so wie ich Mark kenne, hat er schon die ersten Songs für´s kommende Album fertig. So ist er halt...

Vielen Dank für Deine Zeit und grüß mir Mark und die restlichen Jungs... (Ralf)

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